Liebe Freundinnen und Freunde der ERDE,

Ein bewegtes Meer voller wellenartiger Ups und Downs in allen Intensitäten und Qualitäten, von sanften Wogen bis stürmische See, das über einen hereinbricht. So vergingen die letzten Wochen gefühlt. Das kann überwältigen und gleichzeitig ermöglicht es aber auch, an den Krisen dieser Zeit und an den Herausforderungen des Lebens zu wachsen.

Unser gemeinsamer Wunsch, nach „außen“ hin wieder präsenter zu werden, hat sich in vielerlei Hinsicht in der letzten Zeit umsetzen lassen. Seien es die neu eröffnete Schenkbox oder diverse ausgefuchste Wortmeldungen bei der letzten Gemeinderatssitzung. Was auf jeden Fall auffällt: Wir fallen auf!

Den Mechanismus, warum das alles so gut wie reibungslos funktioniert, könnte man mit einem riesigen Uhrwerkvergleichen.
Wir Erdlinge sind wie Zahnräder. Kleinere, größere, manche drehen sich schneller, manche langsamer. Aber genau diese Vielfalt macht uns gemeinsam zu einer spielerischen Bewegung, die nie ins Stocken geraten kann. Auch wenn einmal das eine oder andere Zahnrad ausfällt, ist das nicht das Ende, im besten Fall bekommen diese Zahnräder die Dynamik von anderen aktiveren ab und kommen so wieder leichter in Schwung. Konkrete Beispiele, zusammengefasst in den einzelnen Rubriken „Freiraum“, „Bewegung“ und „Politik“, die du hier auswählen kannst, verdeutlichen dieses Modell.

Wenn du die Bilder angezeigt bekommen willst, musst du bei deinem Email-Programm vielleicht bestätigen, dass externe Inhalte angezeigt werden dürfen.

Alles Liebe und viel Spaß mit dem Newsletter wünschen die Erdlinge Ado, Julia, Lennart, Sandra und Vanessa
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ANKÜNDIGUNGEN

  • Aufgrund der derzeitigen Corona-Situation haben wir unsere Büroöffnungszeiten vorübergehend auf Eis gelegt.
  • Auch finden die wöchentlichen Treffen, sowie der 5-Uhr-Tee bis auf weiteres nicht bzw. nur online statt. Kontakt ist dennoch möglich und erwünscht, entweder per E-Mail, telefonisch oder über die sozialen Plattformen.
  • Die Dezember Critical Mass ist ebenfalls wegen des Lockdowns abgesagt.
  • Auch die im November geplante Podiumsdiskussion unter dem Titel „Mobilität im Wandel“ wurde vorerst ins Frühjahr 2022 verschoben.
  • Freitag, 03.12.2021, ab 9 Uhr findet die nächste Gemeinderatssitzung statt, im Bambergsaal im Parkhotel oder online unter https://villach.at/stadtregierung/gemeinderat/gr-sitzung-live-(1). In dieser Sitzung wird das Budget für das nächste Jahr besprochen und abgestimmt, darum startet sie schon um 9 Uhr. Einschalten lohnt sich!


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NEUES aus der E.R.D.E.*

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und so gehen auch die Arbeiten an unserem Freiraum E.R.D.E.* in der Willroiderstraße ins heißersehnte Finish.

Schenkboxeröffnung und Brotregal-Opening

Wir konnten voller Stolz im November unsere neu gestaltete Schenkbox eröffnen, die sofort eine enorme Anziehung auf alle neugierigen Passant:innen ausübte und freudig und dankbar angenommen wurde. Abgesehen vom Inhalt lädt unsere Schenkbox jetzt zum längeren Verweilen und Staunen ein. Ein breiterer Zugangsbereich, eine schützende Bodenmatte zum Abstellen von zB. Schuhen, die schönen hellen Regalflächen und praktischen Haken, aber auch das regensichere Vordach machen unsere Schenkbox noch attraktiver als zuvor. An die Pinnwände innen können Zettelchen mit Anzeigen für größere Dinge angebracht werden. Ein Licht mit Bewegungssensor wird demnächst auch noch installiert. Dann steht einem bequemen Schmökern und Bestücken zu jeder Uhrzeit und Wetterlage nichts mehr im Wege. Und damit alles so lange wie möglich so schön und selbstorganisierend bleibt, hängen an den Außenwänden Tafeln mit wichtigen Informationen zur Handhabung. Dank unserer treuen Erdlinge wird nun auch das Brotregal wieder regelmäßig mit verschiedensten geretteten Leckereien bestückt. Was eine Schenkbox genau ist, erfährst du hier und wie sie funktioniert, haben wir auf unserer Homepage zusammengefasst: https://www.verantwortung-erde.org/wandelskills/lebensraumgestaltung/spielregeln-fuer-eine-schenkbox/

erstes Schenkboxeinräumen

vollgefülltes Brotregal

Die E.R.D.E.*-Küche: von „Grund“ auf neu

Die E.R.D.E.*-Küche entwickelte sich zu einem spannenden Projekt, das ungeahnte und bisher verborgene Skills des einen oder anderen fleißigen Erdlings ans Tageslicht brachte. So schaffte es eine Gruppe von motivierten Helfer:innen den Boden auszuheben, zu betonierenEstrich aufzutragen und neu zu verfliesen.
Die Wände wurden neu gestrichen und kreativ bemalt und mit einer abwaschbaren Lasur versehen.
Kaum zu erwarten, bis nun die Möbel und Geräte wieder hineingestellt werden können, damit unsere großartigen Meister:innen der Kulinarik wieder zur Tat schreiten können.

Verlockende Schaufenster

Großen Anklang finden auch die aufwändig gestalteten Schaufenster, die immer wieder Passant:innen anlocken. Das mag daran liegen, dass nicht nur dem Auge etwas geboten wird, sondern weil es auch interessante und nützliche Informationen zu entdecken gibt. Für uns ist das gleichzusetzen mit einem Kompliment und Seelenstreicheln. Danke an alle, die bei uns vorbeikommen!

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NEUES aus der Bewegung

In Zukunft ohne Geld? – Theoretische Zugänge und gelebte Alternativen

Im Oktober 2021 sind Sascha und Vanessa der Einladung der Sunflower-Foundation gefolgt, um nach Stans in die Schweiz zu reisen und an den Sunflower-Gesprächen teilzunehmen. Die Gespräche finden jährlich statt und die Menschen, die daran teilnehmen, haben es sich zur Aufgabe gemacht, sich mit der Frage auseinandersetzen, wie das derzeitig vorherrschende, geldvermittelte, destruktive und zum Wachstum gezwungene Wirtschaftssystem – und allem voran das Geld – neu gedacht werden kann.

Seit 2019 sind die beiden – stellvertretend für die Bewegung – Teil der kritisch-konstruktiven Gesprächsrunde, weil sie vor allem Erfahrungen mit Lösungsansätzen aus der Praxis einbringen können. Sehr viele der Projekte wie die Essbare Stadt, die Gartenprojekte, die Schenk-Box sowie die jährlichen Saatgutfeste sind Schritte, um „geldlogikfreie Kreisläufe“ zu etablieren und gleichzeitig alternative Lebensentwürfe zu schaffen. Lebensentwürfe, die fernab der zerstörerischen Abhängigkeit des globalen Marktes funktionieren und einen Wandel hin zu einer sorgsamen und gemeinschaftsgetragenen Versorgung initiieren.

2020 hat die Gruppe an Theoretiker:innen und Praktiker:innen der Sunflower-Gespräche in Tübingen mit einem besonderen Projekt begonnen. Sie beschlossen ein Buch zu verfassen, in dem sie ihre unterschiedlichen Perspektiven zum Geld allen zugänglich machen, die Interesse haben, über „anderes Wirtschaften“ nachzudenken, alternative Lebensentwürfe in die Welt bringen wollen und auf der Suche nach Anregungen und Erfahrungen aus der Praxis sind.
Die Zusammenkunft im Oktober in Stans war für Vanessa und Sascha mehr als erfreulich, denn seit dem letzten Treffen 2020 ist vieles geschehen. Durch die Situation rund um Covid-19 konnten keine Tagungen mehr stattfinden, um gemeinsam am Buch zu arbeiten. Dennoch wurde im Laufe des Jahres 2020 mithilfe von online-Meetings entschlossen am Projekt gefeilscht, bis es Anfang 2021 so weit war und das Buch unter dem Titel „In Zukunft ohne Geld? Theoretische Zugänge und gelebte Alternativen“ beim Mandelbaum-Verlag erschienen ist. Das Treffen in Stans war also die erste Zusammenkunft nach der Veröffentlichung des Buches. Ein Wochenende lang wurden die einzelnen Beiträge gewürdigt und der Entstehungsprozess des Buches reflektiert. Die Tagung bot zudem reichlich Gelegenheit für informellen Austausch, kulinarische Erlebnisse und ausführliche Spaziergänge im idyllischen Stans in der Schweiz.
Auf unserer Homepage findest du einen Artikel mit einer ausführlichen Vorstellung des Buches „In Zukunft ohne Geld? Theoretische Zugänge und gelebte Alternativen“ und einem Link zum geldfreien Download des Buches als PDF-Datei.
Buch "In Zukunft ohne Geld"Sunflower Foundation

Wir sind auf der Suche nach einem Lastenrad

Da unsere Bewegung wächst und bei vielen unserer Projekte diverse Dinge zu transportieren sind, haben wir beschlossen, uns gemeinschaftlich ein Lastenrad anzuschaffen. Damit wollen wir einerseits uns allen ermöglichen, Lasten unkompliziert zu transportieren, andererseits sehen wir in einem Lastenrad auch eine große Chance, die Anzahl an notwendigen Autofahrteninnerhalb unserer Bewegung zu minimieren.

In einem ersten Schritt haben wir versucht, unsere Bedürfnisse an das Lastenrad zu formulieren. Die wichtigsten Punkte sind für uns ein sicheres Fahrgefühlfür Menschen und Dinge aller Farben, Formen, Größen und Reifegrade sowie die Sicherheit im Straßenverkehr. Deshalb sehen wir am meisten Sinn in einem dreirädrigen Lastenrad, das eine gute technische Umsetzung hat und gut in der Kurve liegt. Danach kommt direkt die vielfältigen Transportmöglichkeiten. Wir wollen damit Plakatständer und Tische für unsere Aktionen zum Hauptplatz transportieren, mit mehreren Erntekisten zum Kanzigarten fahren und volle Kompostkübel mitnehmen können. Außerdem wollen wir das Lastenrad auch für das Abholen von Foodsharing-Lebensmitteln nutzen.

Da in Villach nicht viele Lastenräder im Umlauf sind und auch nicht sehr viele hier vertrieben werden, müssen wir für Testfahrten in andere Städte pilgern. Wir würden uns sehr freuen, wenn du dich meldest, falls du Erfahrungen mit Lastenrädern hast. Wir sind über jeden Tipp dankbar und freuen uns auf Nachrichten per Mail an kontakt@verantwortung-erde.org!
Solltest du selbst eines haben, freut sich die Arbeitsgruppe auch besonders, wenn wir es mal testen dürften 🙂

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NEUES aus der POLITIK

Rett‘ ma die Schütt!

ALPLOG-Fläche im Herbstkleid

Anstatt mit Steuergeld Billigimporte zu fördern, wollen wir regionale Kreisläufe stärken!

Es gibt wieder Neuigkeiten um das geplante Logistikzentrum ALPLOG NORD in Federaun. Geht es nach der Mehrheit der Stadtregierung, wird Villach ein Teil der neuen chinesichen Seidenstraße. Die vom Triester Hafen angelieferten Waren sollen von Schütt-Federaun aus nach ganz Europa verteilt werden. Die Fläche soll nun an einen deutschen Immobilienkonzern verkauft werden. Dieser will erst einmal das Logistikzentrum bauen, wer oder ob sich am Ende dort eine andere Firma einmietet oder es kauft, steht noch nicht fest…

In einer ersten Aussendung kritisieren wir das Projekt als Angriff auf unsere regionalen Kreisläufe.

Die Bürger:inneninitiative ist wieder aktiv und formiert sich neu, um sich für den Erhalt des Grünraums einzusetzen. Immerhin grenzt das Gelände direkt an das Natura2000 Gebiet Schütt-Graschelitzen an…

Wenn du mitmachen oder dich informieren willst, schreib gerne eine Mail an mitmachen@rettmadieschuett.info oder bleib‘ auf Facebook am Laufenden: (20+) Rett ma die Schütt | Facebook

ReVilla: ein Juwel in Villachs Innenstadt sagt „Good bye“

Geschockt und mit großem Bedauern haben wir die Nachricht vernommen, dass das Revilla seine Pforten nach nur zwei Jahren bereits wieder schließen muss. Durch die unermüdliche Arbeit des gesamten Teams und vieler Helfer:innen konnten Wege zu einem nachhaltigen Lebensstil gelebt werden. Die ReVilla ist ein „Vorzeigeprojekt“ unserer Stadt, im wahrsten Sinn des Wortes. Es wäre an denjenigen gelegen, die sich immer wieder stolz mit der ReVilla hergezeigt haben, auch in schwierigen Zeiten ausreichend Unterstützung zu leisten.

Dass dies nicht passierte, ist wirklich bedauerlich und sendet auch ein falsches Signal an andere Menschen, die sich überlegen, ob sie Projekte im Bereich von Nachhaltigkeit und Regionalität in Villach umsetzen wollen. Gerade in krisengebeutelten Zeiten sollten wir als Stadt alles uns mögliche tun, um den sozialen Zusammenhalt der Menschen zu stärken.

Wir brauchen mehr Projekte wie die ReVilla, nicht weniger davon.

Wir appelieren daher auch an den zuständigen Finanz- und Wirtschaftsreferenten Günther Albel, ein klares Bekenntnis zur Unterstützung solcher Projekte abzugeben, damit es in Villach auch in Zukunft mehr mutige Menschen gibt, die nachhaltige Projekte wagen.

Dem Revilla-Team sagen wir von Herzen Danke und wünschen alles Gute für die Zukunft!

Mülltrennung im öffentlichen Raum und begrünte Bushaltehäuschen

Im Ausschuss für Nachhaltigkeit wurden in dieser Woche zwei unserer Anträge behandelt. Zahlreiche Projekte im Bereich „Re-use“, „Recycling“ und „Abfallvermeidung“ wurden in unserer Stadt bereits erfolgreich umgesetzt. Nun war es unseres Erachtens an der Zeit, den nächsten Schritt hin zu einer nachhaltigeren Kreislaufwirtschaft in Villach zu setzen. Während die Mülltrennung im privaten Bereich bereits gut funktioniert, wird in Mülleimern bzw. Mistkübeln im öffentlichen Bereich Villachs derzeit noch nicht getrennt. Wir hatten deshalb vorgeschlagen, ein nachhaltiges Müllkonzept für den öffentlichen Raum zu erarbeiten. In vielen anderen Städten wird Mülltrennung bereits auf unterschiedlichste Art praktiziert.

Aufgrund der Klimaerhitzung ist es wichtig, im öffentlichen Raum für Kühlung zu sorgen, um uns und vor allem die Schwächsten der Gesellschaft zu schützen. Dies wird bereits in einem ersten Schritt – und zwar der transportablen Bushaltedachbegrünung – angegangen. Wir hatten in einem Antrag vorgeschlagen, diese gute Idee noch naturnäher und nachhaltiger umzusetzen. Und zwar, indem die transportablen durch dauerhaft eingesetzte Pflanzen ersetzt werden. Durch die Nutzung von winterharten Weinreben- oder Efeugewächsen würden Transport und Aufbewahrung im Glashaus entfallen.

Zwar wurden leider beide Anträge abgelehnt, aber wie die Erfahrung gezeigt hat, können wir trotzdem auf eine spätere Umsetzung seitens der Stadt hoffen. Dann jedoch mit einem anderen Mascherl dran 😉

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Wir hoffen, mit diesem Newsletter wieder einmal einen guten Überblick gegeben zu haben und freuen uns sehr, von dir zu hören oder lesen, wenn du Anregungen oder Fragen hast! Um weiterhin und regelmäßig informiert zu sein, kannst du auch gerne unsere Website besuchen oder auf den Sozialen Medien vorbeischauen:

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